
Sonnabend, 21.06.2025: Nach den ersten Benzingesprächen in Gottesgab waren die Köpfe erstmal leer geplaudert und wir konzentrieren uns auf den weiteren Tag. Vor uns liegen 437 Kilometer durch Böhmen, den Bayerischen Wald und Oberbayern. Am Abend wollen wir in den Chiemgauer Alpen, genauer gesagt in Unterwössen sein. Wir verlassen Gottesgab (Bozi Dar) am Keilberg und kommen auf der Staatsstraße 25 talwärts nach Sankt Joachimsthal in der Karlsbader Region. Südlich von Karlsbad (Karlovy Vary) befindet sich das Tal der Tepl, dessen einst wilder Fluss erst 1935 durch den Bau der Talsperre Pirkenhammer gezähmt wurde. Über Becov nad Teplou (Petschau) und Mnichov (Einsiedel) kommen wir in die Gegend um Marienbad und weiter nach Westböhmen. Bei Furth im Wald überqueren wir die böhmisch-bayerische Grenze und sind nun mitten im Bayrischen Wald, genauer gesagt im Landkreis Cham in Ostbayern. Auf der sehr gut ausgebauten B20 machen wir einige schnelle Kilometer und kommen an die Donaubrücke bei Straubing. Hier am 49. Breitengrad verläuft der sogenannte Weißwurstäquator, der Altbayern vom Rest Deutschlands trennt. Tatsächlich ticken die Uhren hier im Süden Bayerns anders und die liebliche Landschaft des Alpenvorlandes rings um den Chiemsee tut ihr übriges. Wir genießen das letzte Viertel der heutigen 1. Tagestour und kommen unserem Ziel immer näher. Gegen 17 Uhr erreichen wir schließlich Unterwössen im Achental. Hier befindet sich der Landgasthof Gabriele, unser erstes Quartier der Bikertage 2025. Komplett unterhopft freuen wir uns auf den ersten gemeinsamen Abend. Bis morgen!
Sonntag, 22.06.2025: Unter blau-weißem Himmel starten gegen 10:30 in Unterwössen zur 332 km langen Tagestour nach Maniago in der italienischen Region Friaul-Julisch Venetien. Nach den ersten zarten Kurven der B305 Richtung Bergdorf Reit im Winkl haben wir und die Bikes Betriebswärme und erhöhen die Drehzahl. Wir überqueren die Landesgrenze von Bayern nach Tirol und sind nun auf der B176 im Leukental zwischen Kössen und St. Johann in Tirol. Über die unspektakuläre Nordrampe kommen wir an den 1.274 Meter hohen Pass Thurn in den Kitzbüheler Alpen. Nach der Passhöhe gehts weiter über die herrlich ausgebaute Südrampe mit Panoramablick hinab ins Salzachtal im Pinzgau. Direkt in Mittersill im Salzachtal beginnt die 36 Kilometer lange Felbertauernstraße ins Osttiroler Matrei. Unter dem Alpenhauptkamm verbindet der über 5 Kilometer lange Felbertauerntunnel die Länder Salzburg und Tirol, für dessen Passage pro Krad 12 Euro fällig werden. du Ziemlich am Ende Nach dem über 5 Kilometer langen Felbertauerntunnel wird abgerechnet. Ein paar Kilometer südlich nach Matrei beginnt das Defereggental. Es zieht sich von Ost nach West über 35 Kilometer durch nahezu unberührte Natur. Am Ende des Tals gibt es über den Staller Sattel eine waghalsige Verbindung ins Südtiroler Antholz, unserem nächsten Ziel. Nach einer verwegenen Fahrt kommen wir auf den 2.052 Meter hohen Staller Sattel, dessen Abfahrt nach Südtirol durch eine Ampel geregelt wird. Am 21. Juni 2000; also fast genau vor 25 Jahren, waren wir zuletzt hier oben. Meine Fresse, lange her! Nach Antholz kommen wir ins Pustertal und verlassen dieses in Toblach in die SS51. Die Drei Zinnen und den Misurinasee lassen wir links liegen und fahren über den 1.809 Meter hohen Passo Tre Croci, dessen Südrampe in Cortina d'Ampezzo endet. Weiter südlich kommen wir ins Cadore-Tal und weiter nach Longarone im Tal der Piave, wo wir uns an die rasante Auffahrt hinauf nach Erto machen. Nach dem alten Vajont-Stausee, Erto und Cimolais kommen wir schließlich nach Maniago am Südrand der Alpen. Durst ist schlimmer als Heimweh und uns wird augenblicklich geholfen! Gute Nacht

Montag, 23.06.2025: Nach dem Frühstück starten wir in den dritten Tourentag, der uns über 260 km vom Friaul nach Rovinj auf der kroatischen Halbinsel Istrien bringen wird. Wir freuen uns auf eine Fahrt durch uns bislang unbekannte Landstriche Italiens und Kroatiens. Wir verlassen Maniago am Fuße der Alpen nach Südosten. Bei Splimbergo kommen wir an den Tagliamento; einen der letzten Wildflüsse der Alpen. Trotz seiner 170 Kilometer Länge wird das riesige Flussbett bereits hier nur noch von einem Rinnsal durchflossen. Es fehlt einfach der Schnee in den Bergen. Wir erreichen Udine, das historische Zentrum des Friaul. Mit knapp 100.000 Einwohnern ist Udine nach Triest die zweitgrößte Stadt der Region und durch den riesigen Dom sowie die historische Altstadt weithin bekannt. Merken für später! Nach einer angenehmen Fahrt durch die hügelige Landschaft des Collio kommen wir nach Gorizia an der Grenze zu Slowenien. Das frühere Görtz liegt am Fluss Isonzo und hat um die 34.000 Einwohner. Wein- und Obstbau bestimmen die Region Primorsko, die sich über Teile Sloweniens bis hinein nach Kroatien erstreckt. Die Landschaft ist angenehm hügelig, die Straßen sind kurvenreich und wir frohlocken unter den Helmen. Bei Socerga wechseln wir von Slowenien nach Kroatien und lassen die Bikes durch die einsamen Kurven in Richtung Pazin im Herzen Istriens tanzen. Eine Stunde später rollen wir an die Promenade der idyllischen Hafenstadt Rovinj an der Westküste Istriens. Die Luft ist heiß und feucht - wir wollen nur noch raus aus den Kombis und vom Durst hat noch gar keiner geredet. Also Blitz Check-In im Hotel Tramonti und natürlich parken die Bikes am Eingang zur Lobby. Wir freuen uns auf einen feinen Abend!
| Tourentag 1: 21.06.2025 | Tourentag 2: 22.06.2025 | Tourentag 3: 23.06.2025 |
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